Vanguard benötigt nun ein riskantes Motherboard-Update zum Spielen.
Stell dir vor, du willst am Freitagabend gemütlich zocken, deinen Lieblingsagenten auswählen und wirst dann von einem Systemfehler ausgebremst. Kein Serverausfall, keine Verbindungsprobleme. Riot Games teilt dir mit, dass die Firmware deines Computers nicht den Anforderungen entspricht.
Wer Valorant spielt, weiß bereits, dass Vanguard eines der aggressivsten Anti-Cheat-Systeme der Gaming-Welt ist. Es läuft auf Kernel-Ebene und dringt damit tiefer in Ihren PC ein als fast jede andere Software. Doch Riot geht jetzt noch einen Schritt weiter. Die Entwickler zwingen die Spieler, manuelle UEFI-Firmware-Updates auf ihren Mainboards durchzuführen.
Wenn sich das nach Kopfschmerzen anhört, liegen Sie damit nicht falsch. Laut Riot ist es jedoch ein notwendiges Übel, um eine neue Welle von technisch hochentwickelten Cheatern zu stoppen.

Der Fehler im Fundament
Warum also die plötzliche Nachfrage nach einem BIOS-Update? Riot hat eine kritische Sicherheitslücke entdeckt, die eine große Anzahl von PCs betrifft. Das Problem liegt in der Input-Output Memory Management Unit (IOMMU).
Vereinfacht gesagt: Die IOMMU fungiert als Schutzmechanismus. Sie verfügt über eine Funktion namens Pre-Boot DMA Protection, die verhindern soll, dass unautorisierte Geräte auf den Systemspeicher zugreifen, bevor Windows überhaupt startet. Theoretisch blockiert dies sogenannte „DMA-Cheats“ – Hardware-Tools, die physisch an den Computer angeschlossen werden, um den Spielspeicher auszulesen, ohne dass das Betriebssystem (oder Vanguard) davon Kenntnis erlangt.
Die Ingenieure von Riot stellten jedoch fest, dass dieser Schutz auf vielen gängigen Mainboards, insbesondere Modellen von Herstellern wie Asus, Gigabyte, MSI und Asrock, nicht wie versprochen funktionierte. Die Firmware signalisierte Windows zwar „Ja, wir sind sicher“, doch tatsächlich war das Sicherheitsrisiko ungeschützt.
Schutz der Integrität Ihres Dienstgrades
Warum geht Riot so weit? Es liegt alles an der Wettbewerbsökonomie des Spiels. Valorant wird durch seine Rangliste definiert; der Aufstieg von Eisen zu Radiant ist das Herzstück der Community. Wenn Cheater dieses System unterwandern, verliert ein hoher Rang an Wert.
Hier wird das Konzept der Spielintegrität heikel. Spieler sind besessen von ihrem Rang. Manche spielen fair, andere suchen nach einem Valorant-Boost und engagieren einen erfahrenen Spieler, um aus der Elo-Hölle herauszukommen. Valorant-Boosting ist zwar in der Community umstritten, unterscheidet sich aber grundlegend von der Verwendung von Hardware-Cheats. Ein Booster ist immer noch ein Mensch, der das Spiel spielt; ein DMA-Cheat ist eine Maschine, die den Code knackt.
Riot Games möchte sicherstellen, dass hohe Ränge echtes Können widerspiegeln, egal ob dieses durch persönliche Weiterentwicklung oder durch das Spielen mit besseren Teamkameraden erzielt wurde. Indem sie diese Hardware-Schlupflöcher schließen, wollen sie verhindern, dass Geld für Cheating-Hardware den kompetitiven Wettkampf umgehen kann.

Das Risiko, Ihren Rechner zu „blockieren“.
Die Absicht hinter dieser Vorgabe ist zwar lobenswert – ein Spielerlebnis ohne Cheats –, doch die Methode sorgt für Verwunderung. Für den durchschnittlichen Gamer ist das Aktualisieren der UEFI-Firmware (oft auch „BIOS-Flash“ genannt) keine so einfache Angelegenheit wie das Aktualisieren eines Grafiktreibers.
Wenn ein Firmware-Update fehlschlägt, beispielsweise wenn der Bildschirm flackert oder die Datei beschädigt ist, kann dies das Mainboard unbrauchbar machen. Ein defektes Mainboard bedeutet, dass sich der PC nicht mehr einschalten lässt, und ohne technisches Fachwissen oder den Kauf neuer Hardware gibt es oft keine einfache Lösung.
Riot verlangt von Millionen von Nutzern faktisch ein echtes Hardwarerisiko, um ein Free-to-Play-Spiel spielen zu können. Für ambitionierte Enthusiasten mit einem individuell zusammengestellten System ist das BIOS-Update eine jährliche Pflicht. Für Gelegenheitsspieler mit einem Fertig-PC hingegen ist es eine abschreckende und potenziell gefährliche Angelegenheit.
Lohnt es sich?
Riot argumentiert, dass dies eine unabdingbare Sicherheitsgrundlage sei. Sie haben mit Mainboard-Herstellern zusammengearbeitet, um Patches zu veröffentlichen, die die von Vanguard genutzten Sicherheitsfunktionen korrekt aktivieren. Aus ihrer Sicht gilt: Wer auf seinem PC Hardware-Cheats ermöglicht, hat keine Chance auf den Zutritt.
Dies schafft jedoch einen neuen Präzedenzfall in der Branche. Wir bewegen uns auf eine Zukunft zu, in der Spieleentwickler diktieren, wie wir die tiefsten Ebenen unserer Hardware warten. Vanguard war aufgrund seines „Always-on“-Ansatzes bereits umstritten, und die erzwungenen Firmware-Änderungen verschärfen die Situation nur noch.
Wenn du in Valorant weiterhin Köpfe abschießen willst, bleibt dir wohl nichts anderes übrig, als die Website deines Mainboard-Herstellers zu besuchen und das Update herunterzuladen. Drück einfach die Daumen und achte darauf, dass das Stromkabel fest sitzt, während der Fortschrittsbalken sich füllt.

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